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"Wegschauen ist keine Option"

Nicht nur zur Kenntnis nehmen, dass immer mehr Flüchtlinge im Mittelmeer sterben, sondern etwas tun, das wollten die beiden Aschaffenburgerinnen Franziska Wühr und Micha Landauer. Deshalb findet man jetzt in der Aschaffenburger Innenstadt viele weiße Bänder.

Die beiden 27jährigen Frauen sind Initiatorinnen eines Taizé-Gebetes in Aschaffenburg. Ihren Gedenkgottesdienst zum 100ten Geburtstag von Gründer Frère Roger Schütz am 18. Mai dazu nutzen, um auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam zu machen.  Inspiriert hat sie dazu eine Aktion, die im April bereits von der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in Würzburg ins Leben gerufen wurde. Nach deren Vorbild knüpften sie nach dem Gottesdienst gemeinsam mit den Teilnehmern die weißen Bänder an Laternen, Pfosten und Bäumen in der Aschaffenburger Innenstadt. "Wir wollen damit die Bevölkerung wachrütteln und deutlich machen, dass einfach nur Wegschauen keine Option ist", sagt Franziska. Die aus großen Betttüchern herausgerissenen Bänder sollen daran erinnern, dass auch die verstorbenen Bootsflüchtlinge brutal aus ihrem Leben herausgerissen worden sind. Für die beiden Frauen sind die Bänder aber auch ein Zeichen für die vielen Flüchtlinge, die inzwischen in Deutschland angekommen sind. "Wir drücken damit auch Solidarität mit den Menschen aus, die zu uns kommen", sagt Franziska. Für sie passt das auch gut zum Taizé-Gedanken, denn zum einen hat Frère Roger nach dem Krieg selber Flüchtlingen aufgenommen, zum anderen ist ein wichtiges Merkmal der Jugendtreffen dort bis heute das friedliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Nationen.
Außerdem sind die weiße Bänder, wie Micha findet, auch ganz parktisch: "Sie sind einfach zu beschaffen, kosten nicht viel Geld, sind leicht zu transportieren und wenn sie erst mal festgebunden sind, dann bleiben sie auch eine ganze Weile hängen". Vielleicht auch deswegen hat sich in Aschaffenburg die Kirchliche Jugendarbeit (kja) und die offene Bildungseinrichtung KATAKOMBE schnell angeschlossen und gemeinsam mit ihren Kindern und Jugendliche im Laufe der Woche weitere Bänder in der Aschaffenburger Innenstadt aufgehängt. An immer mehr Stellen kann man sie wie kleine weiße Friedensfahnen flattern sehen.
Die ersten Reaktionen seien von Passanten sei durchwegs positiv gewesen. "Die Leute waren neugierig, wollten wissen, was wir da machen", erzählt Micha. Für sie ist nicht das Ziel, eine möglichst eindrucksvolle Zahl von geknüpften Bändern zu erreichen. "Uns ist es wichtig, dass die Menschen sich daran erinnern, was für ein Glück sie haben, hier in Deutschland so frei leben zu können", sagt sie. Zeitlich eingeschränkt sei die Aktion nicht, denn schließlich würden immer wieder Menschen auf der Flucht sterben. Und natürlich muss die Aktion nicht auf die Aschaffenburger und Würzburger Innenstadt beschränkt bleiben. Wer weiß, wo demnächst noch weiße Bänder auftauchen.

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