Jahrhunderte lang fühlten sich die Menschen wie der Hund in diesem Vergleich. Sie spürten die höhere Macht, die für sie sorgt, und verteidigten ihren GOTT (ihr Herrchen) mit bellen und beißen! Wenn sie jedoch einmal etwas entbehrten, suchten sie die Schuld bei sich: Wo habe ich etwas falsch gemacht? Wie schaffe ich es, diesen GOTT wieder zu beruhigen? Die Religionen geben darauf verschiedene Antworten.
Eine Katze hingegen hat kein Herrchen oder Frauchen, denn die Familie, in der sie lebt, sieht sie als ihr Personal an. Sie kommt und geht, wann sie will und sie bestimmt, wann sie gestreichelt wird und wann nicht.
Heute scheint mir, fühlen sich viele Menschen wie die Katze. Sie leben ihr Leben gerade so, wie es ihnen gefällt, wie es modern ist. Sie dulden kein Herrchen, keinen GOTT über sich, außer dem Zeitgeist. Doch wenn etwas nicht nach Wunsch läuft, dann wird von den 'Religiösen' GOTT dafür verantwortlich gemacht: Warum lässt ER dies zu? Wortreich wird ER um Abhilfe gebeten, damit ihr eigener, nicht SEIN Wille geschieht. Man höre oder schaue sich doch nur einmal die offiziellen Vorschläge für 'Fürbitten im Gottesdienst' an. Den 'Unreligiösen' hingegen liefern sie damit die besten Argumente dafür, dass es gar keinen GOTT gibt und die Welt ohne Religion viel besser wäre. Denn: Müsste GOTT, wenn es IHN gibt, nicht endlich eingreifen in unserer verrückten Welt? – Nein! Muss ER nicht. Denn ER ist der Chef, nicht wir. Unsere Aufgabe ist es, dort wo wir sind, nach SEINEN Weisungen zu leben: Rede HERR, dein Diener hört! (1.Samuel 3,10 / Markus 14,36) – und nicht: Höre HERR, dein Diener redet!
Das Leben als 'Katze' scheint deutlich moderner und attraktiver zu sein. Aber ist es auch richtiger? Manche verschollenen Katze kommt irgendwann reumütig zurück – es ist noch nicht zu spät.
Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen Ihr
Hans-Josef Born

