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Kreuzwort vom 02.05.2020

Unsichtbarer Gott

Es ist eine merkwürdige Zeit. Oft scheint die Sonne, die Natur ist wunderbar zu neuem Leben erwacht, die Vögel singen. Viele Menschen genießen die Bewegung an der frischen Luft. Familien sprechen davon, dass sie die Zeit miteinander auch als Geschenk empfinden. Auf der anderen Seite ist es, als ob eine unsichtbare Gefahr im Hintergrund lauert. Man befürchtet „gleich geht es los“. Aber was? Wird es schlimm? Oder geht es vorüber? Allen miteinander, so mein Empfinden, zehrt die Situation der letzten Wochen an den Nerven. Sehr viel Arbeit – oder Leerlauf, Einsamkeit oder Zusammengesperrt-Sein, Ungewissheit und Unsicherheit kosten Kraft. Die unsichtbare Gefahr. Gott ist auch unsichtbar. Wo ist er denn? Es werden schon Stimmen laut, die unken, man brauche ja Gottesdienste und Gebet gar nicht mehr, die letzten Wochen hätten gezeigt, dass es auch ohne gut geht. Ja, Gott ist meist unsichtbar. Und trotzdem da.

In der Zeit nach Ostern ist mir immer die Geschichte der Jünger wichtig, die am Ostermontag nach Emmaus gehen. In all ihrem Kummer, den Blick auf den Boden gesenkt. Sie begegnen Jesus, aber sie erkennen ihn nicht. Sie erkennen ihn nicht, weil ihre Augen, so heißt es im Lukasevangelium, gehalten sind. Aber sie sprechen mit dem Fremden über ihren Kummer und fühlen sich dann erleichtert. In dem Moment aber, als dieser das Brot bricht, werden ihre Augen geöffnet und sie wissen. Jesus aber ist weg.
Auch ich habe manchmal erst danach gespürt: Da war ich jetzt auf irgendeine Weise mit Gott in Kontakt. Da hat er mich berührt, geführt.
Auch in der jetzigen Situation schenkt er mir Dinge, die mir wieder Kraft geben. Kleine Begegnungen, ein Lächeln, jemand denkt an mich, ein Tier läuft mir über den Weg, Musik berührt meine Seele, ein Bibelwort spricht mich an.
Momente des Erkennens und der Gewissheit. Hinterher reden die beiden Jünger über alles und fragen sich „Brannte nicht unser Herz?“.
Ich wünsche uns, dass auch unser Herz gerade in diesen Zeit manchmal brennt und wir von Gottes Nähe berührt werden. Und spüren: Auch in Ungewissheit und Unsicherheit ist er unsichtbar an unserer Seite.

Bettina Lezuo, evangelische Pfarrerin in Goldbach

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