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Kreuzwort vom 3. Oktober 2020

Tag der Deutschen Einheit

Wir werden einander viel verzeihen müssen. Mich beschäftigt dieser Satz unseres Bundesgesundheitsministers. Denn er enthält eine Wahrheit, die weit über die unmittelbare Corona-Krise hinausreicht. Und sie zeugt von einer innerlichen Größe. Verzeihen ist das Gegenteil von Recht haben. Wenn ich jemand um Verzeihung bitte, dann gestehe ich ihm gegenüber ein, dass meine Entscheidung oder mein Verhalten falsch gewesen ist. Ich erlebe mich ganz oft bei dem Gedanken, es wäre doch recht bequem, wenn mir die eine oder andere Entscheidung abgenommen werden würde. Denn meist gibt es mehrere Alternativen, die wohl bedacht sein wollen, bevor ich mich entscheide. Das kann mitunter richtig anstrengend sein. Doch selbst dann bin ich erst im Nachhinein klüger und kann nur in der Rückschau erkennen, wie ich mich vielleicht besser hätte entscheiden können. Wobei keine Entscheidung zu treffen, natürlich auch keine Lösung ist. Manchmal hilft also wirklich nur, um Verzeihung zu bitten.

Zum Verzeihen gehören mindestens zwei, oft noch mehr. Im Falle der Entscheidung unserer Bundes- und Landesregierung sind es sogar viele Millionen Betroffene. Da kann ich es nicht jedem recht machen und jeden Einzelfall in seiner Besonderheit berücksichtigen. Jede Entscheidung aber hat Auswirkungen auf andere. Selbst in meinem ganz privaten Bereich. Ich bin ein soziales Wesen, stehe mit meiner Umwelt in einer Beziehung und beziehe sie damit direkt oder indirekt in meine Entscheidungen mit ein. Meine ganz persönliche Freiheit findet darum immer ihre Grenze in der Freiheit meiner Mitmenschen. Oder andersherum: Freiheit und Verantwortung bedingen sich gegenseitig.
Einander verzeihen ist letztlich Ausdruck des Glaubens. Denn ich habe nicht die Wahrheit für mich allein gepachtet oder kann aus einer Vogelperspektive heraus gleichsam in die Zukunft blicken. Ein Machtmensch, ein Recht-Haber oder ein autoritärer Herrscher wird darum niemals um Verzeihung bitten. Allein sein übersteigertes Ego verhindert dies.
Wir werden einander viel verzeihen müssen. Darin zeigt sich wahre Größe, dass ich mir bei allen meinen Entscheidungen bewusst bin: Die letzte Wahrheit liegt allein bei Gott, ich erblicke höchstens einen Schimmer von ihr. Wenn ich im Nachhinein nicht ganz falsch gelegen habe, dann darf mich das zufrieden machen. Aber nicht, weil ich so ein toller Held bin, sondern weil der wahre Held dieser Welt, Jesus Christus, mir seine Wahrheit ins Herz und in die Hände gelegt hat.

Rudi Rupp                                                    
Evang. Dekan am bayer. Untermain

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