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Kreuzwort am 30. Oktober 2021

Stille

Das ist so eine Sache mit der Stille. Manchmal ist sie uns unheimlich. Wir scheuen uns vor den Gedanken, die in ihr kreisen und uns unverhofft überrollen. Fürchten Stimmen, die in der Stille in uns laut werden. Haben Angst vor Einsamkeit und können Schweigen und Ruhe schlecht aushalten. In vielen Gesprächen habe ich davon gehört, besonders als es um den „Lock down“ ging. Aufgezwungene Stille, mit der manche schwer leben konnten. Wie oft suchen dann wir die Betriebsamkeit. Betäuben die Stille mit Aktivitäten. Spielen Hintergrundmusik, Radio und Fernsehen. Nur um der Stille zu entgehen. Vor einiger Zeit war ich in einem Konzert, die Winterreise von Schubert. Nach der „Einsamkeit“ stand im Programm „5 Minuten Stille“.

Der Sänger und der Pianist setzten sich. Und dann ging es so richtig ab. Die Leute haben die Nasen geputzt, auf den Handys getippt, geraschelt und versucht, im Halbdunkel zu lesen, geflüstert, mit den Beinen getrampelt. Kaum jemand konnte einfach dasitzen und der Stille und den vergangenen Liedern nachspüren. Einfach mal ruhig sein. Uns in unserem Alltag zu reduzieren. Warum fällt uns das oft so schwer? Die Stille zu suchen, sich auf Gottes Wort zu besinnen. Das ist doch eigentlich die Quelle, aus der wir leben. Ohne die Stille kann unser Herz Gott nicht spüren. Ohne Stille können unsere Ohren nicht hören, was er uns sagen möchte. Ohne Stille kommen wir nicht zur Ruhe, um unser Leben zu bedenken. Das geht nur mit der Stille und durch sie. Denn nur, wenn wir immer wieder an unsere Quellen zurückgehen, kann Gottes Stimme in uns laut werden. Einzeln für uns. In unserer Wohnung. Bei einem Spaziergang. Oder gemeinsam, wenn wir zusammen Gottesdienst und Andacht feiern. Gemeinsam schweigen. Nur aus der Stille wird Gottes Geist in uns lebendig.
Genau darum geht es ja. Nicht um Betriebsamkeit, um hektische Aktivität, um Aktivismus. Sondern um das Leben aus den Quellen, aus der Stille, aus Gott. Aus dieser ständigen Besinnung kann große Kraft wachsen, Dinge zu unternehmen und durchzuführen. Aus der Stille kann wachsen, was für uns gut ist. Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. (Psalm 62,2) Ich wünsche uns, dass uns das gemeinsam leitet und trägt.

Bettina Lezuo,

Evangelische Pfarrerin in Goldbach

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