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So wirst du leben!

Auf seiner Reise im jüdischen Bergland von Jerusalem nach Jericho wird ein Mann überfallen, ausgeraubt und bleibt halbtot zurück. Mehrere sehen ihn am Wegrand liegen und gehen vorüber. Nur Einer, der lässt es zu, dass der Anblick dieses Mannes sein Herz erweicht.

Dieser Eine, er unterbricht seinen Tagesablauf, er versorgt den Mann.
Dieser Eine wird leben, sagt Jesus, er wird ewig leben.

Was diesen Einen von den Anderen die am Hilfsbedürftigen vorbeigehen unterscheidet, ist: Er lässt es zu, dass das Leid ihn anrührt. So anrührt, dass es ihn jammert, und er hilft.
Die große Mehrheit in unserem Land lässt es zu, sich vom Leid der Flüchtlinge und Asylsuchenden anrühren zu lassen. Unzählige geben Nahrungs­mittel Spielzeug Kleidung und vor allem auch ihre Zeit, um zu helfen!
So wirst Du leben. Jesus sagt in der Geschichte vom Barmherzigen Samariter, dass wir, die wir uns vom Leid anrühren lassen, leben werden, sogar ewig leben werden.

Nun ist die Geschichte vom Barmherzigen Samariter aus dem Neuen Testament keine Anweisung für Politik. Die Situation ist kompliziert. Unsere Marineboote im Mittelmeer sind ja geradezu eine Einladung an die Schlepper, noch mehr überfüllte Boote aufs Meer zu schicken. Ein Anruf, und die Marine kommt und rettet ...

Wenn ich die Folgen des Bürgerkriegs in Syrien sehe, den Terror des Islamistischen Staates dort, im Irak sowie durch ähnliche Gruppen in Afrika, das übergroße Leid überall – die Menschen werden kommen, ob wir das wollen oder nicht.

Angst ist ein schlechter Ratgeber. Zäune werden nicht helfen. Wer sich hier vor dem Ertrinken fürchtet, der tut besser, schwimmen zu lernen, als dem Wasser auszuweichen.

Die großen Kirchen haben recht, wenn sie ein Einwanderungsgesetz fordern, das Menschen die Perspektive einer legalen Einreise eröffnet. Nur so kann den verbrecherischen Banden von Schleppern und Menschenhändlern der Boden unter den Füßen entzogen werden.

Wir sollten diejenigen, die wirklich in Not sind, bei uns mit weit geöffneten Armen willkommen heißen. So gut sollten wir sie willkommen heißen, dass die Vorzüge unserer Kultur deutlich sichtbar werden und die Neuankömmlinge unser Land und seine Ordnungen schätzen und lieben lernen.

Wir starten gerade sehr gut. Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein.

Heinrich W. Spittler, evang. Pfarrer in Partenstein und Lohr.