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Ruhe-Ort

Kreuzwort am 13. Juni 2026
Auf meinem Desktop habe ich ein Bild aus einem Nordsee-Urlaub. Im Vordergrund sieht man einige Strandkörbe im Sand, die in verschiedene Richtungen aufgestellt sind, im Hintergrund die Brandung des Meeres.

Höhere und niedrigere Wellen schlagen an den Strand, Gischt funkelt auf ihren Spitzen. Wenn ich das Bild anschaue, dann kann ich das Rauschen der Nordsee hören und den salzig-herben Duft der frischen Meeresluft wahrnehmen. Ich sehe und spüre mich im Strandkorb sitzen, fühle die Sonne wärmend auf der Haut, eine leichte Brise weht mir um die Nase. Und immer diese gleichmäßige Bewegung und die Geräuschkulisse der Brandung. Dieses Bild ist für mich mehr als eine schöne Urlaubserinnerung. Es ist im Laufe der Zeit zu einem inneren Ort der Ruhe geworden. Wenn es einmal hektisch zugeht, ich mich über irgendetwas ärgere oder mal eine Minute Auszeit brauche, dann ziehe ich mich dorthin an den Nordseestrand zurück. Dann richte ich meinen Atem nach dem Gleichklang der Brandung aus. Atme die frische Luft ein. Blicke in die Weite des Meeres. Solche Augenblicke tun mir gut.

Manchmal denke ich dabei auch daran, wie Jesus zusammen mit seinen Jüngern über den stürmischen See Genezareth fährt. Die Jünger – obwohl erfahrene Fischer und an das Wasser gewöhnt – haben große Angst zu kentern. Jesus hingegen schläft in aller Ruhe im Boot. Erst, als er von seinen verängstigten Freunden geweckt wird, steht er auf und stillt den Sturm. Den Jüngern gibt Jesus zu verstehen, dass sie keine Angst haben müssen, wenn sie mit ihm zusammen sind.

Diese Ruhe Jesu angesichts des tosenden Wassers ist es, die mich fasziniert. Eine solche Ruhe und Gelassenheit wünsche ich mir auch in den Stürmen meines eigenen Lebens. Deshalb ist der Ort am Nordseestrand so wohltuend für mich, deshalb gibt er mir so viel Kraft.

Wo sind Ihre Ruhe-Orte? Besuchen Sie sie doch mal wieder für ein paar Augenblicke. Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt!

Kerstin Gerlach, Pastoralreferentin im Team der ökumenischen Klinikseelsorge am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau

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