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Leben vor dem Tod

Vor kurzem war ich in Irland unterwegs. Gerne besuche ich dort auch die alten Friedhöfe. Manche Gräber lassen sehr schnell die Vorlieben der dort Bestatteten erkennen.

Fanartikel zieren zum Beispiel das Grab von Fußballfans. Angehörige und Freunde drücken ihre Liebe und ihre Trauer auf vielfältige Weise aus. Interessant sind auch die Inschriften auf den Grabsteinen. Auf einem steht: „Gibt es ein Leben vor dem Tod?" Zugegeben, das ist eine merkwürdige Frage. Müsste sie nicht lauten: „Gibt es ein Leben nach dem Tod?" Diese Frage bewegt viele Menschen. Bekanntlich gehen die Meinungen darüber weit auseinander.
Ich möchte im Blick auf diese spannenden Fragen Jesus zu Wort kommenlassen. Er sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben!".
Haben Sie es gemerkt? Da ist die Rede vom Leben vor dem Tod und vom Leben nach dem Tod. Gibt es ein Leben vor dem Tod? Jesus sagt: „Ja".
Gibt es ein Leben nach dem Tod? Jesus sagt: „Ja". Beides hängt zusammen. Beides wird möglich durch ihn Er ist die Quelle des Lebens. Er ist das Brot des Lebens. Er ist wie die Sonne, die Wärme und Licht für die Welt und für Menschen, die den Tod atmen, spendet. Er ist der frische Wind, der den Verwesungsgeruch, der über der Welt liegt, wegtreibt. Es tut gut, sich im Leben an ihm zu orientieren und bei ihm Kraft zu schöpfen. Stille Zeiten im Tageslauf lassen die Seele aufatmen und neue Kräfte zuwachsen. Die Gemeinschaft mit anderen Christen kann etwas von der Wärme und vom Licht, das Jesus schenkt vermitteln. Die Botschaft von der Auferstehung an den Gräbern lieber Menschen kann zitternde Knie auf festen Grund stellen und Tränen trocknen. Das Vertrauen auf Jesus ermöglicht ein Leben vor dem Tod. In allen Situationen des Lebens trägt er durch. An der letzten Grenze des Lebens ist er auch da. Wenn Jesus sagt. „Ich bin die Auferstehung und das Leben!" bedeutet das: Eine neue Zeit, eine neue Wirklichkeit, ist angebrochen. In Jesus Christus bricht Gottes Welt und Wirklichkeit hinein in unsere Welt und Wirklichkeit. Särge, Urnen und Gräber sind nicht Endstation und unverrückbare Schlusspunkte, Symbole enttäuschter Hoffnung und zerstörter Zukunft. In Jesus kommt Gottes Zukunft in unsere Gegenwart, um uns Zukunft zu ermöglichen. Sie wird auch durch den Tod nicht zerstört. Viele Menschen siedeln das ewige Leben nach dem Tod an. Ewiges Leben ist aber kein Zuckerl für irgendwann. Es beginnt im Hier und Heute. Der Schlüssel zum ewigen Leben ist das Vertrauen auf Jesus. Die Weichen für die Zukunft werden im Hier und Heute gestellt, im Leben vor dem Tod.

Michael Wehrwein,
Dekan des Evang.-Luth.Dekanates Lohr a.Main
und Stellvertreter der Regionalbischöfin im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg