Auf einen besonderen Hinweis bin ich in diesen Tagen gestoßen: Die beiden kommen auf unterschiedliche Weise ins Haus. Während vom Weihnachtsmann erzählt wird, dass er nach Einbrecher-Art durch den Schornstein ins Haus rutscht, „weiß“ man doch vom Nikolaus: Er klopft an die Tür und tritt durch sie ein.
Nikolaus steht also für den direkten Weg. Mir fallen dazu die Worte von Jesus aus dem Johannes-Evangelium (Joh 10,1.2.) ein: Der gute Hirt tritt durch die Tür in den Schafstall ein; wer nicht durch die Tür kommt, hat schlechte Absichten.
Und was dann beim Besuch des Nikolaus geschieht, das weiß jedes Kind: Nach der Begrüßung schaut Nikolaus in sein goldenes Buch – die guten und die weniger guten Taten und Ereignisse werden vorgelesen. Am Ende gibt es vom Nikolaus die Geschenke, bevor er wieder aufbrechen muss, denn es warten ja noch so viele andere Kinder auf ihn.
Auch hier zeigt sich die besondere Art, mit der Nikolaus auf die Menschen trifft: klar und direkt, ausgewogen und letztlich wohlwollend.
Ich komme ins Nachdenken, wie schön es doch wäre, wenn die Menschen sich im Miteinander eine solche „Nikolaus-Kommunikation“ zu eigen machen würden. Die Regeln dafür könnten heißen:
Geh den direkten Weg zum Anderen. Sage klar und deutlich, was zu sagen ist. Nenne die positiven und negativen Dinge, die dir auf dem Herzen liegen. Am Ende jeder Begegnung aber soll ein „Geschenk“ für den anderen stehen – ein Wort oder eine Geste des Dankes, der Ermutigung oder der Anerkennung.
Wenn Nikolaus so auch uns Erwachsenen etwas Wichtiges mitzugeben hat, dann dürfen wir das dankbar annehmen - denn wie heißt es so schön? „Nik´laus ist ein guter Mann, dem man nicht genug danken kann.“
Peter Michaeli,
Pastoralreferent und Eheberater in Aschaffenburg

