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Schloss Johannisburg in Aschaffenburg

"Kirche ist ökumenisch oder gar nicht mehr"

Aschaffenburg (POW) Die Frage „Ist unsere Kirche bereit für die Zukunft?“ ist beim Paulusgespräch der evangelischen Paulusgemeinde am Samstag, 12. Oktober, in Aschaffenburg im Mittelpunkt gestanden. Podiumsgäste waren der evangelisch-lutherische Oberkirchenrat Michael Martin (München) und Domkapitular Dompfarrer Dr. Jürgen Vorndran (Würzburg). Beide waren eine Zeit lang für ihre jeweilige Kirche Dekan in Aschaffenburg gewesen und kennen sich aus dieser Zeit sehr gut. Das Gespräch, zu dem gut 80 Zuhörer gekommen waren, wurde moderiert vom evangelisch-lutherischen Dekan Rudi Rupp

In der Fragestellung für die Veranstaltung habe man sehr bewusst das Wort „Kirche“ in der Einzahl gewählt, erklärte Rupp. In der öffentlichen Wahrnehmung säßen die beiden Konfessionen tatsächlich in einem Boot, bestätigte Martin, der in München der Leiter der Abteilung Ökumene und kirchliches Leben in der bayerischen Landeskirche ist. Dementsprechend konnte man bei vielen der Fragestellungen des Abends auch vor allem gemeinsame Haltungen feststellen. Ob es um die Bewegung „Fridays for future“, um die zunehmende Digitalisierung oder den Glaubensverlust in der Gesellschaft ging: Die beiden Podiumsteilnehmer bestätigten sich vor allem gegenseitig in den Positionen. „Wir müssen ganz klar machen: Wofür stehen wir und wo sind wir zu finden!“, sagte Vorndran beispielsweise zur Frage des schwindenden Glaubens, der vor allem im Osten Deutschlands bereits stark spürbar sei. Martin appellierte mit Blick auf die beiden Konfessionen, alte Kampfplätze zu verlassen: „Kirche ist ökumenisch oder gar nicht mehr.“

Unterschiede zwischen den Konfessionen wurden vor allem deutlich bei der Frage der Segnung von homosexuellen Paaren und beim Priesteramt für Frauen. Martin erläuterte den Prozess der Entscheidung der evangelischen Landeskirche, zukünftig homosexuelle Paare zu segnen. Dagegen sagte Vorndran: „Um die Frage der Segnung wird bei uns noch gerungen.“ Er verwies darauf, dass bei den Katholiken die Tradition eine große Rolle spiele, ein Faktor, der auch beim Frauenpriesteramt eine große Rolle spiele. „Ich kann die Ungeduld der Frauen verstehen, aber hier ist noch ein weiter Weg zu gehen“, sagte Vorndran. Er glaube nicht, dass er die Weihe von Priesterinnen in der katholischen Kirche noch erlebe.

Als Weg in die Zukunft empfahl Martin am Ende der Veranstaltung beiden Kirchen, nahe bei den Menschen zu sein. Das bedeute nach seinen Worten, dahin zu gehen, wo man den Menschen auch außerhalb der Gottesdienste trifft. Vorndran betonte, dass es für die Zukunft der Kirche entscheidend sei, spirituelle Erfahrungsräume zu eröffnen, in denen die Begegnung mit Jesus ermöglicht werde.

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