Davor trug die Kaserne den Namen Generaloberst Georg Rüdels, eines verdienten Militärs, hoch ausgezeichnet im ersten und im zweiten Weltkrieg.
Ein General und ein Feldwebel. Der Eine hochverdient treu und gehorsam – dem Vaterland gegenüber und in der militärischen Hierarchie. Der Andere, auch er hochverdient treu und standhaft – den eigenen Idealen und der eigenen humanistischen Grundorientierung gegenüber.
Als Anton Schmid im September 1941 in Wilnius stationiert wurde, da musste er erleben, wie die Juden der Stadt zusammengetrieben und auf einer Wiese außerhalb der Stadt erschossen wurden, immer so 2000 – 3000 Menschen. „Die Kinder haben sie auf dem Wege gleich an die Bäume angeschlagen", schreibt Anton Schmid aus dem Gefängnis heraus in einem Brief an seine Familie, und: „Kannst Dir ja denken ...".
Und so begann Feldwebel Schmid seine Tätigkeit für den jüdischen Widerstand in Wilnius. Er stellte mehr Arbeitsbescheinigungen aus, als er durfte, ließ Mitglieder der jüdischen Widerstandsbewegung bei sich zuhause übernachten und transportierte Juden im Lastwagen aus dem Ghetto nach Weißrussland in die Sicherheit. Was natürlich nicht unentdeckt bleiben konnte: Im Februar 1942 wurde Feldwebel Schmid verhaftet und nach einem militärrechtlichen Verfahren am 13. April 1942 erschossen. Anton Schmid – hochverdient, treu, standhaft in seinen Idealen und in seiner humanistischen Grundorientierung. Anton Schmid, ein Beispiel für uns und unsere Soldaten.
Es gibt Menschen, die sind von Grund auf gerecht. Zu denen schauen wir auf. Sie inspirieren uns und bringen uns zum Staunen. Wir wundern uns und denken nach. Menschen, die in sich so klar sind, dass man weiß: Da ist gut sein.
„Ich bin der Weinstock, Ihr seid die Reben", sagt Jesus. „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht." Ein Weinstock, wenn man seinen Wurzelstrang auseinander nehmen und in einem Stück auf den Boden legen würde – so ein Weinstock, der hat eine Wurzel von über 51 km Länge. Im trockenen Boden kann sie Wasser aus bis zu 16 Meter Tiefe ziehen. Wussten Sie das?
Bei dir, Jesus, will ich bleiben,
stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben,
will auf deinen Wegen gehn.
Du bist meines Lebens Leben,
meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben
zuströmt Kraft und Lebenssaft.
Heinrich W. Spittler, Seelsorger und Pfarrer in Lohr und Partenstein

