Längst üben sie nicht mehr nur die Funktion aus, Notizzettel oder Gemälde der Kinder am Kühlschrank festzuheften. Die schmucken Magneten sind zu Dekoobjekten geworden und – wie aus oben genannten Beispielen hervorgeht – zu Warnungen vor allzu häufigem nächtlichem Naschen.
Dabei können wir uns doch hierzulande glücklich schätzen: Nächtliches Naschen ist eine Selbstverständlichkeit, der Kühlschrank, die Keksdose, die Süßigkeitenschublade, die Vorratskammer ist stets gut gefüllt. Zur Zeit jedoch führen uns die Bilder der Flüchtlingsströme in den Medien wieder vor Augen, dass satt sein und ausreichend zu essen haben eben doch nicht so selbstverständlich ist. Wie passend, dass gerade in diese Zeit das Evangelium der Brotrede fällt.
Jesus führt seinen Zuhörern vor Augen, worauf es ankommt: Nicht allein auf die körperliche Sättigung – die ist wichtig, und ohne sie kann der Mensch sich auf weitere Aufgaben nicht konzentrieren. Bleibt er jedoch dabei stehen, dann verpasst er eine wesentliche Dimension, nämlich die geistige Reifung und die Erweiterung seines Horizontes. Jesus spricht von sich selbst als dem „lebendigen Brot". Durch sein Beispiel und seine Botschaft von der Liebe zu uns Menschen will er alle anderen ermutigen, nicht bei sich selbst stehen zu bleiben, sondern einander beizustehen.
Vielleicht kann uns dieses Beispiel Jesu in dieser spannungsreichen Zeit Kraft schenken, von unseren eigenen Problemen mit den übervollen Kühlschränken wegzusehen zu denen, deren Bäuche leer sind und die auf unsere Hilfe angewiesen sind.
Kerstin Gerlach,
Pastoralreferentin Pfarreiengemeinschaft Am Engelberg, Großheubach

