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Großer Schritt in Richtung Umweltschutz

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, werden das Antlitz der Welt verändern“. Diesen Spruch aus Tansania zitierte die Staatssekretärin aus dem Bayerischen Ministerium für Umwelt und Gesundheit Melanie Huml bei ihrer Laudatio zur Überreichung der höchsten europäischen Auszeichnung für betrieblichen Umweltschutz an den Rektor des katholischen Tagungszentrums Schmerlenbach Dr. Berthold Uphoff. Dabei fügte sie ergänzend dazu: „Sie haben sogar einen großen Schritt getan.“

Das Tagungszentrum Schmerlenbach ist die erste Erwachsenenbildungs-Einrichtung der Diözese Würzburg, die nach den Standards des sogenannten Umweltzertifikates EMAS ausgezeichnet wurde. Die Abkürzung steht für „Eco Management and Audit Scheme“ und wird von der europäischen Union an Betriebe für freiwilliges Umweltmanagement und eine die Durchführung einer Umweltbetriebsprüfung vergeben. Diese Prüfung ist in Schmerlenbach im September vergangenen Jahres erfolgt. Frau Huml hob in ihrer Ansprache hervor, dass die Kirche in Sachen Umweltschutz in einer Vorbildfunktion stehe. Das Tagungszentrum Schmerlenbach würde mit der Teilnahme am EMAS - Programm beweisen, dass sie nicht nur über Schöpfungsverantwortung rede und in ihren Fortbildungen lehre, sondern sie auch konkret vorlebe. Dabei sei das Engagement der Einrichtung weit über die Grenzen Unterfrankens hinaus beispielhaft.

Um die Auszeichnung nach Schmerlenbach zu holen, war einiges an Vorarbeit nötig. Zwar achtete man bei der täglichen Arbeit im Bildungshaus schon lange auf den Umweltschutz, trennte den Müll oder schenkt fair gehandelten Kaffee aus. Doch im letzten Jahr hatten die Bemühungen durch die Bildung eines Umweltteams eine neue Dynamik bekommen. In dieser Arbeitsgruppe sind Mitarbeiter aus den verschiedenen Arbeitsbereichen des Hauses, von der Küche über die Verwaltung bis hin zum Hausmeister vertreten. Auch der Umweltreferent der Diözese Würzburg Edmund Gumpert wirkt in diesem Gremium mit. Der Geschäftsführer des Tagungszentrums Roland Gerhart wurde vom Rektor Dr. Uphoff zum Umweltbeauftragten des Hauses berufen.
Uphoff verdeutlichte in seiner Ansprache beim Festakt an Beispielen, was Umweltmanagement ganz konkret bedeuten kann. So wurde in den 80 Gästezimmern des Hauses die Beleuchtung auf Energiesparlampen umgestellt. Damit konnte der maximal mögliche Energieverbrauch von bislang 200 Watt pro Zimmer auf nur noch 75 Watt reduziert werden. „Und die Gäste sagen, es sei heller geworden“, beschrieb der Rektor zu den Rückmeldungen der Besucher. Es wurden auch neue Stühle angeschafft, die zu 50% aus recycelten Material bestehen und zu 97% wiederverwertbar sind. Im Einkauf achtet man jetzt noch stärker auf den Bezug regionaler Produkte. In der Küche konnten durch bessere Lagertechnik drei Tiefkühltruhen abgeschaltet werden. Eine weitere Fülle von Maßnahmen kann man in der Umwelterklärung 2009 des Hauses nachlesen, die in Heftform alle wichtigen Fakten zusammenfasst, natürlich auf Recyclingpapier gedruckt.
Das Zertifikat ist für drei Jahre gültig und beinhaltet, dass man sich für eine Re-Zertifizierung neue Ziele setzt, die dann überprüft werden. Im Umweltprogramm 2011 finden sich deshalb bereits weitere Punkte. So soll in den kommenden Monaten eine Photovoltaik-Anlage auf den Garagendächern installiert werden oder durch verschiedene Maßnahmen der Wasserverbrauch um 5% verringert werden. Geplant ist auch, nicht nur Recyclingpapier zu verwenden sondern insgesamt den Papierverbrauch zu drosseln.

In einem Grußwort bedankte sich Domkapitular Dr. Helmut Gabel, Leiter des Referates Außerschulische Bildung, auch im Namen von Bischof Friedhelm Hofmann für das Engagement des Schmerlenbacher Teams. Er stellte einen inhaltlichen Bezug zur Geschichte des Hauses her. Schmerlenbach sei auf den Grundmauern eines Benediktinerklosters gebaut und die Benediktiner hätten bereits im Mittelalter als die Kultivierer des Landes gegolten. Heute würde sich das Tagungszentrum den großen Herausforderungen unserer Zeit stellen. Dazu gehöre eben auch der verantwortungsbewusste Umgang mit der Schöpfung.
Für die anwesenden Gäste, unter ihnen auch der Landrat Dr. Ulrich Reuter und der Landrat a.D. Roland Eller, betonte der Bürgermeister von Hösbach Robert Hain die Bedeutung des Tagungszentrums für die Marktgemeinde. Er wies darauf hin, dass das Haus in diesem Jahr sein 25jähriges Jubiläum feiert und es die Ehrung durchaus auch als Ansporn verstehen kann, weiterhin gute Arbeit zu leisten.

Mit der EMAS - Zertifizierung verbunden ist auch die Auszeichnung des Hauses mit dem bayrischen Umweltsiegel in Gold. Es wird seit 1997 vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie verliehen. Zudem ist Schmerlenbach auch Mitglied im Umweltpakt Bayern. Hier haben sich seit 1995 über 5000 Betriebe zusammengeschlossen, die sich um eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung bemühen. Der Umweltreferent Edmund Gumpert sprach zum Abschluss des Festaktes die Hoffnung aus, das man sich im Tagungszentrum Schmerlenbach am umweltgerechten Verhalten anstecken lassen kann: „Vielleicht wird daraus eine Panthemie, gegen die man nicht geimpft werden muss“.

Einen Radiobeitrag zum Thema finden sie hier!

 

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