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Es gibt keine Weihnachtslieder mehr!

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Es gibt keine Weihnachtslieder mehr!

Das stimmt natürlich so nicht. Es gibt sie schon noch, aber sie werden nicht mehr gespielt … kein Jingle Bells, kein Santa Claus, kein Tannenbaum, keine fröhliche Weihnacht, keine Stille Nacht!

Sie erinnern sich?! Vor ein paar Jahren noch sind sie einem spätestens nach dem dritten Adventssonntag aus den Ohren gequollen. Überall wurde man berieselt, auf dem Weg durch die Stadt, in den Geschäften, im Supermarkt. Zugegeben, auch ich gehörte damals zu den Kritikern dieser Form der vermeintlichen Konsumsteigerung. Aber jetzt? Kaum noch, dass man auf dem Weg durch die Citygalerie an einem Laden vorbeikommt, wo ein Weihnachtslied zu hören ist.

Negativer Höhepunkt war für mich diese Woche ausgerechnet ein Besuch auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt. Ich musste dienstlich nach Nürnberg und mein Weg verlief quer über ihn. Meiner vermeintlichen Beobachtung schon aufmerksam geworden, stellte ich meine Ohren sensibel auf Empfang. Aber: Weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg hörte ich auch nur ein einziges Weihnachtslied! Sicher es war morgens bzw. mittags. Trotzdem! Die einzige Musik, die ich vernahm, waren Jazz-Klänge einer Band aus der nahegelegenen Fußgängerzone. Aber nicht, dass Sie glauben, dass die da wenigstens „White Christmas“ oder „Rudolph, the Rednosed Reindeer“ spielten. Nein, das „Girl from Ipanema“ sollte mich an die brasilianischen Strände erinnern ... oder zumindest meiner Urlaubskasse einen Euro entlocken. War es vor Jahren doch zu viel des Guten? Haben wir uns an den Weihnachtsliedern einfach „satt“ gehört?

Ich muss feststellen, sie fehlen mir! Sicher, auf Santa Claus kann ich gerne weiter verzichten. Aber für die adventliche Stimmung, für mein Gemüt fehlen sie mir. Irgendwie lebt diese Jahreszeit ja doch davon, „anders“ zu sein, herausgehoben aus dem Rest des Jahreslaufs: Andere Düfte, anderes Licht (Kerzen!), andere Bräuche (die vielen Advents- oder Weihnachtsfeiern im Betrieb, den Vereinen und Kreisen, die Weihnachts- und Adventsmärkte, etc.) – und eben andere Lieder.

Besinnlich, beschaulich ist diese Zeit deshalb nicht immer. Aber hin und wieder gibt es solche Momente, die das Herz anrühren. Und da braucht es für mich eben dann doch die Weihnachts- und Adventslieder … für die Seele!

Ob wir uns in ein paar Jahren auch an den Kerzen satt sehen?

Fragt sich Ihr Peter Kolb,
Pfarrer für Öffentlichkeitsarbeit des Evang.-Luth. Dekanats Aschaffenburg