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Das Kirchenjahr als Lebenshilfe

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Ja, Sie haben richtig gelesen. Am kommenden Sonntag, dem 1. Advent, beginnt ein neues Kirchenjahr.

Das Kirchenjahr rückt die Heilstaten Gottes in den Mittelpunkt. Sonntag für Sonntag, Woche für Woche, werden wesentliche Gesichtspunkte des christlichen Glaubens thematisiert. Durch die Feier der Christusfeste wird der Blick auf die entscheidenden Grundthemen des Lebens gelenkt. Die erste Hälfte des Kirchenjahrs ist durch die großen Christusfeste geprägt. Darauf gilt es, sich vorzubereiten. Erlösung und Hoffnung stehen im Weihnachts- und Osterfestkreis im Mittelpunkt. Die beginnende Adventszeit ist Vorbereitungs- und Wartezeit. Diese Wartezeit ist geprägt von der Erwartung des Kommenden. Die heute eher hektische Zeit wurde früher als stille Zeit und Zeit der Buße begangen. Es könnte hilfreich sein, wieder Oasen der Stille zu schaffen und zu suchen. So erweist sich das Kirchenjahr als Lebenshilfe. Warten will gelernt sein!

Das gilt im Alltag. Das gilt in geistlicher Hinsicht.

Statistiker haben errechnet, dass ein Mensch fünf Jahre seines Lebens mit Warten verbringt. Am Bahnhof, an der Ampel, an der Supermarktkasse, am Bankschalter, beim Arzt und bei vielen anderen Gelegenheiten ist Warten angesagt. Es gibt Wartezimmer, Warteräume und Wartezeiten. Oft ist Warten sehr anstrengend. Manchmal erfordert es viel Geduld. Ich denke auch an längere Wartezeiten im Leben: Eltern warten auf ihr Kind. Kinder warten auf ihren Geburtstag oder auf Weihnachten. Patienten warten auf Heilung, Arbeitslose auf einen Arbeitsplatz, Berufstätige auf die Rente. Manchmal gibt es Hilfen für die Ausgestaltung der Wartezeiten. Warten hat mit Erwartung zu tun. Wartezeiten sind Vorbereitungszeiten. Manchmal sind es gute Gelegenheiten, sich auf das Kommende einzustimmen und sich innerlich darauf vorzubereiten. Die Adventszeit ist so eine Zeit der Erwartung und der inneren Vorbereitung. Sie stimmt uns ein auf das kommende Weihnachtsfest, den Geburtstag von Jesus. Sie lenkt aber auch den Blick darüber hinaus auf die Zukunft, die Gott schenkt. Im 2.Petrusbrief (3,13) der Bibel heißt es:

„Wir warten auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ Ich wünsche Ihnen eine gute Warte- und Vorbereitungszeit!

Michael Wehrwein, Dekan und Stellvertreter der Regionalbischöfin im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg