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Christ sein selbstbewusst leben - zum Dialog bereit sein

Die Dialoginitiative der deutschen Bischöfe und die Aschaffenburger Erklärung engagierter Laien standen im Mittelpunkt des jüngsten Treffens des Dekanatsrates am 12. Juli 2011 im Pfarrzentrum Hösbach. In den Ruhestand verabschiedet wurde der Leiter des Diözesanbüros Herr Heribert Oster.

Dass viele Katholiken mit ihrer Kirche unzufrieden sind, dürfte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein. Doch statt sich von ihr abzuwenden – so war es die einhellige Meinung der Delegierten – sollte jede und jeder an seinem Platz das Beste tun, um dem Glauben an Jesus Christus Gestalt geben zu können. Schließlich sei man in der Kirche verwurzelt und wolle sich ihre guten Seiten wieder bewusst machen. Mehr Strahlkraft nach außen, auch zu Kirchenferneren könne das authentische Glaubenszeugnis des Einzelnen durchaus bewirken.

Auf Einladung des Dekanatsratsvorsitzenden Martin Fleckenstein (Jakobsthal) gaben die Initiatoren der Aschaffenburger Erklärung, Frau Julia Benzing (Albstadt) und Herr Richard Rosenberger (Alzenau) mit Herz und Esprit Auskunft über ihre Beweggründe, am „neuen, befreienden Kirchenaufbruch“ mitzuwirken. Die Erklärung ist mittlerweile von knapp 200 Menschen unterzeichnet. Ein Perspektivenwechsel der katholischen Laien, die mit Herzblut die Kirche mittragen, sei ihrer Meinung nach dringend geboten: Statt passiv auf Reformen von oben zu warten und wertvolle Zeit verstreichen zu lassen, sollten sie im Hier und Jetzt neu nach dem Evangelium in kleineren christlichen Gemeinschaften zu leben versuchen, um sich in ihrer Kirche beheimatet zu fühlen.

Im Hinblick auf die großen, oft unüberschaubaren Gebilde der Pfarreiengemeinschaften begrüßten die Delegierten des Dekanatsrates diesen Vorstoß der Erklärung, die sich keinesfalls als Kampfansage an die Amtskirche verstanden wissen will. Denn, so wurde in der anschließenden lebhaften Diskussion deutlich, seien auch die Pfarrer oft Gefangene der Strukturen: Statt als Seelsorger müssten sie als Manager wirken, was oft für beide Seiten als belastend empfunden werde. Die Initiatoren der Aschaffenburger Erklärung hoffen, bei noch mehr Mitchristen auf offene Ohren zu stoßen und von der Diözesanleitung ernst genommen zu werden.

Nahtlos daran schloss sich der Beitrag von Dr. Michael Wolf (Hösbach-Bahnhof) an, der vom Auftakt der Dialoginitiative der deutschen Bischöfe „Im Heute glauben – wo stehen wir?“ berichtete. Er gab die positiven Eindrücke des Diözesanratsvorsitzenden Karl-Peter Büttner wieder, der beim Treffen in Mannheim am 8. und 9. Juli dabei gewesen war. Man habe Stärken und Schwächen innerhalb der Kirche klar benannt. In rund 30 Arbeitsgemeinschaften sei mit den Bischöfen offen diskutiert worden. Die Diözese Würzburg will sich am Dialogprozess, der auf fünf Jahre ausgelegt ist, aktiv beteiligen.

Bis auf die unteren Ebenen von Dekanatsrat und Pfarreiengemeinschaften möchte man die Menschen einbeziehen und sie bis zum Herbst dazu auffordern, ihre Situation eineinhalb Jahre nach Gründung der Pfarreiengemeinschaften zu beurteilen. Dekan Robert Sauer (Hösbach) unterrichtete die Anwesenden, dass Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand seinen Besuch im Dekanatsrat angekündigt hat. Einen festen Termin gebe es noch nicht. Die aktuelle Situation im Dekanat Aschaffenburg-Ost sei von einem akuten Mangel an hauptamtlichen Kräften gekennzeichnet, viele offene Stellen von Pastoral- und Gemeindereferenten könnten wohl auch künftig nicht mehr besetzt werden. Für die nun freigewordene Pfarrei Haibach und auch die Pfarreiengemeinschaft St. Hubertus mit Waldaschaff, Weibersbrunn und Rothenbuch habe sich noch kein neuer Pfarrer beworben. Ein Gespräch mit Weihbischof Ulrich Boom und Personalreferent Dietrich Seidel in Würzburg habe keine konkreten Ergebnisse gebracht, so der Dekan.
Neue Aufbrüche wie in den 70er Jahren, die von großer Kirchenhoffnung geprägt gewesen seien, wünschte sich Herr Heribert Oster. Er wurde nach neun Jahren als Leiter des Diözesanbüros im Martinushaus ganz herzlich im Gremium in den Ruhestand verabschiedet. Am Vortag hatte dies bereits Dekan Sauer im Namen der Hauptamtlichen getan, nun überreichte Martin Fleckenstein für den Dekanatsrat Aschaffenburg - Ost Präsente und Urkunde. In seinen Dankesworten würdigte er Herrn Oster für seine Hilfsbereitschaft und Offenheit: Stets habe er mit „dem Herz auf der Zunge“ seine Meinung vertreten und den Ehrenamtlichen mit Rat und Tat unkompliziert zur Seite gestanden. Er wünschte ihm Gesundheit, viel Zeit für sich und die Familie sowie Gottes Segen.

„Wir treten nicht aus der Kirche aus“, bekräftigte Heribert Oster seinen Standpunkt und bedankte sich für die guten Wünsche. Besonders in den letzten Jahren habe er sehr kritische Töne zum Thema Kirche angeschlagen. Sollte er damit jemanden verletzt haben, bat er um Verzeihung. Bei der Würzburger Synode habe er am Jugendpapier mitgearbeitet, viele Hoffnungen von damals hätten sich in den letzten 10 bis 15 Jahren zerschlagen. Auf die Zukunft gerichtet sagte er augenzwinkernd: „Irgendwas wird der liebe Gott schon sagen, dass den Höheren in unserer Kirche etwas einfällt, dass sich doch einmal etwas ändern muss. Das ist meine Hoffnung.“

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