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Binden und lösen

Immer wieder stellen sich Menschen die Frage nach dem Sinn ihres Lebens. Sinn hat etwas zu tun mit suchen. Von der ursprünglichen Bedeutung des Wortes her leitet er sich von „reisen“ ab. Ich suche nach dem Sinn, ich mache mich auf den Weg, um ein größeres Ganzes zu erkennen.

Sinnsuche ist die Suche nach dem Zusammenhang all der unterschiedlichen Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen. Es ist wie bei einem Puzzle-Spiel: Es gibt viele verschiedene Einzelteile und es braucht Geduld und Zeit, bis sie sich zu einem Ganzen fügen.

Bleiben wir etwas bei dem Bild vom Puzzle. Die Sinnerfahrung braucht Zeit und ist mühsam. Sie geht Wege und Irrwege, um von neuem einen Anlauf zu wagen. Und dann wieder offenbart sich plötzlich wie von selbst der Stellenwert eines einzelnen Teiles. Wie von selbst fügt es sich in den Zusammenhang des Bildes ein. Das Leben eines Menschen geht aber vielfach anders als im Puzzle nicht auf. Manchmal geht ein zentrales Stück verloren und eine Lücke bleibt zurück. Manchmal bleiben ein paar sinnlose Teile übrig, die sich nicht einfügen lassen wollen.

Unsere unvollendeten Lebenserfahrungen stellen uns vor die Frage, wer unserem Leben Sinn geben kann. Oder anders gesagt: Hat unser Leben allein den Sinn, den wir ihm geben können? Als Glaubende haben wir noch eine weitere Perspektive: Der Sinn unseres Lebens wird uns von Gott geschenkt. Mit dieser Hoffnung können wir uns auf den Weg machen. Wir brauchen dann nicht zu verzweifeln, wenn wir den umfassenden und letzten Sinn unseres Daseins nicht ergründen können. Dieser letzte Sinn, der sich bis zum Tod bewährt, steht noch aus. Er kommt von Gott her, den wir als Christen als den dreieinigen und dreifaltigen Gott, als „Vater", als „Sohn" und als „Heiligen Geist" bekennen. Er gibt unserer Sinnsuche einen Horizont, der über unser individuelles Leben und die engen Familienbindungen hinausweist.

Dafür steht das Wirken des göttlichen Geistes. Geist Gottes ist ansteckend im positiven Sinne und überschreitet geografische, kulturelle und manchmal sogar religiöse Grenzen. Er treibt hinaus ins Weite. Und sei es nur die Weite, die die Heranwachsenden erwartet, wenn sie den Schulabschluss in der Tasche haben. Welche Möglichkeiten bieten sich mir? Was traue ich mir zu? Das können nun keine Eltern mehr verantworten, da nützt es auch nichts, wenn immer mehr Eltern mit an die Universitäten gehen, um für ihren Nachwuchs den besten Weg zu suchen.

Lösen und loslassen, um neue Bindungen einzugehen, dabei begleitet uns der Geist Gottes. Lösen und loslassen, um alte Bindungen zu verabschieden, die nicht mehr tragfähig sind. Und als Tröster steht er denen bei, die diese Wandlungen und Lebensprozesse besonders schmerzhaft erfahren.

Pfarrerin Dr. Iris Kreile