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Kreuzwort am 24. Dezember 2021

Bedenke, dass du geboren bist!

Wer waren wir, bevor wir geboren wurden? Wer werden wir sein, wenn wir sterben? Unser Leib und Leben und unsere Zeit auf Erden sind begrenzt. Sowohl Anfang als auch Ende unseres Lebens sowie vieles dazwischen liegen nicht in unserer Hand. Wenn man darüber nachdenkt, kann man das kränkend finden, rätselhaft, verwunderlich, beängstigend oder vergeblich. Mit Weihnachten feiern wir genau dieses Mysterium:

Die menschliche Begrenztheit und Vergänglichkeit. Memento mori: Bedenke dass Du sterben wirst. Das wurde den römischen Kaisern angeblich bei ihren Triumphzügen zugeflüstert, um sie vor Überheblichkeit zu bewahren, was recht erfolglos war. Mit Weihnachten können wir uns zuflüstern lassen: Bedenke, dass Du geboren bist! Hanna Arendt hat das Geboren werden, die „Natalität“, zu einem Ausgangspunkt ihrer Philosophie gemacht. Auch die Geburt erinnert an unsere Endlichkeit, jedoch unter einem ganz anderen Stern: Geboren zu werden ist ein unglaublicher Glücksfall, ein Wunder. Mit jeder Geburt wird etwas Neues zur Welt gebracht, eine neue geheimnisvolle Verbindung von Leib und Geist und Leben, eine neue Person, die handelt und sich mit der Welt und allem Leben neu verbindet. Und wie sie das tut ist nicht egal. Es spielt eine Rolle, was wir tun und lassen. Dass Gott als Mensch geboren wird, wie wir an Weihnachten feiern, das würdigt diesen entscheidenden und oft vernachlässigten Aspekt des Lebens: Dass es nicht ewig dauert, dass es verletzlich ist und dass es trotzdem oder gerade deshalb wertvoll ist, wert gelebt und geachtet zu werden, sogar von Gott selbst. Indem Gott Mensch wird, wird also die Menschheit nicht vergöttlicht, im Gegenteil: Sie wird in ihren Grenzen angenommen und geachtet. Das Handeln Gottes ist damit auf Frieden ausgerichtet: Frieden auf Erden zwischen Gott und den Menschen, zwischenmenschlich und Frieden mit der Natur. Das feiern wir an Weihnachten. Auch wir können in all unserer Begrenztheit tun, was dem Frieden dient. Bedenke, dass Du geboren bist.

Margit Binz,
Pfarrerin für Ökumene im evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald

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