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Auf den Straßen

Die großen kirchlichen Feste dieses Jahres sind vorbei: Weihnachten, Ostern, Pfingsten. Nach den Festen kommt der Alltag. So gingen an Fronleichnam Christen aus den Kirchengebäuden hinaus zu den Häusern und Straßen ihres Wohnortes. Jetzt sind sie dort angekommen, wo der Glaube sich erdet.

Jesus hat seinen Glauben auf den Straßen und in den Häusern der Menschen gelebt. Auf den Straßen zeigt sich, ob der Glaube alltagstauglich ist in gelebter Gottes, Fremd- und Selbstliebe, die wahrnehmbar ist in erfahrbarer Wertschätzung, Solidarität und Gerechtigkeit.

Wenn ich durch die Straßen von Aschaffenburg laufe, fällt mir in einer Straße ohne Blumen der Rosenstock auf, der als einzige Blume in dieser Straße sichtbar gepflegt wird und gerade blüht. Er ist wie ein Zeichen der Hoffnung. Ich sehe weiße Bänder, die daran erinnern sollen, dass Flüchtende Menschen sind und nicht Zahlen. Ich sehe Menschen, die verliebt sind und solche, die in Hochs und Tiefs lange Jahre ihre Liebe leben. Ich weiß von anderen, die trauern und um die sich Nachbarn kümmern. Ich denke an die Frau mit Kindern, die sich von dem Mann trennt, der sie über Jahre gedemütigt und geschlagen hat. Ich sehe Gruppen von jungen Eltern, die sich treffen und sich unterstützen. Ich weiß von Menschen, die sich ehrenamtlich um andere kümmern und denke an die Frau am Telefon, die lernte, dass sie es Wert ist sich nur um sich zu kümmern. Ich sehe Menschen, die zum Gebet gehen – Menschen verschiedener Religionen.

Wundern Sie diese Beispiele? Sie werden andere finden, wenn sie durch ihre Straßen gehen und Orte der Hoffnung, der Solidarität, des Gebetes und der Unterstützung suchen. Das Wirken des Geistes Gottes ist mitten unter uns, so in den Alltag verschränkt, dass wir gute und manchmal neue Brillen brauchen. „Seht ihr es nicht?" – fragt uns die Bibel.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie das Dasein von Gutem und Göttlichen auf ihren Straßen und in den Häusern ihres Heimatortes sehen können. Das kann dann alltäglich gepflegt und gehegt werden, damit es wachsen kann.

Christiane Knobling
Aschaffenburg
Leiterin der
Ökumenischen TelefonSeelsorge Untermain